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Rechtschreibung in alten Handschriften

Erst seit der Veröffentlichung des ersten Dudens im Jahr 1880 existiert eine einheitlich geregelte deutsche Rechtschreibung. Auch in früheren Jahrhunderten gab es bereits verschiedene Bemühungen um eine Vereinheitlichung, die sich aber nicht überregional durchsetzen konnten. Zudem konnten nicht alle Menschen lesen und schreiben, und manche derjenigen, die schreiben konnten, waren nicht sehr geübt darin. Entsprechend abenteuerlich erscheint uns heute die Rechtschreibung in vielen alten Texten.

Beim Lesen alter Dokumente muss man also mit allerhand Rechtschreibvarianten und -fehlern rechnen. Zu Ersteren gehört die Endung „-iren“ in Verben wie „legitimiren“ oder die Schreibung mit „th“, z. B. in dem Wort „Käthner“.

Einige typische Rechtschreibfehler entstehen durch regionale Dialekte. In manchen Dialekten wird beispielsweise nicht klar zwischen stimmhaften und stimmlosen Konsonanten unterschieden, sodass die Schreibenden den Unterschied nicht hören können. So sind mir bereits Schreibweisen wie „Klück“ und „hoffendlich“ begegnet, die ihre Ursache offensichtlich in der regionalen Aussprache haben.