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Ludwig Sütterlin und andere Erneuerer der altdeutschen Schrift im 20. Jahrhundert

Schrifterneuerer wie Rudolf von Larisch (Österreich), Ludwig Sütterlin und Rudolf Koch (beide Deutschland) sprachen sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegen den Gebrauch der damals üblichen Spitzfeder aus. Ihr Argument war die unnatürliche Handhaltung. Damals wurden neue Stahlfedern entwickelt: die Gleichzugfeder (Redisfeder), die Kugelspitzfeder und die Bandzugfeder.

Ludwig Sütterlin (1865-1917) ist der bekannteste Schrifterneuerer. Die nach ihm benannte Sütterlinschrift wird häufig als Sammelbegriff für die altdeutsche Schrift verwendet, obwohl es neben der Sütterlinschrift mehrere Varianten der altdeutschen Schrift gibt. Sütterlins Schulausgangsschrift wurde ab 1914 versuchsweise und ab 1924 verbindlich an den preußischen Schulen gelehrt. Bis 1930 wurde sie in den meisten deutschen Ländern als Schulschrift verwendet.

Offenbacher Schrift

Rudolf Koch (1876-1934) schuf 1927 wiederum eine andere deutsche Schreibschrift, die Offenbacher Schrift. Sein Schüler Martin Hermersdorf (1894-1981) entwickelte diese weiter (siehe Abb.). Die Koch-Hermersdorf-Schrift wurde von 1950 bis 1955 an bayerischen Schulen als Zweitschrift unterrichtet.

Bis 1934 gab es keine einheitliche deutsche Schreibschrift. Die Sütterlinschrift konnte sich zwar an den meisten deutschen Schulen durchsetzen, aber es gab dabei örtliche Abweichungen. Nach einem Erlass von 1934 wurde ab dem Schuljahr 1935/36 an allen deutschen Schulen eine Verkehrsschrift unterrichtet, die sich an Sütterlins Schrift orientierte.